Archiv für März 2007


Ein leidiges Thema – Der Haarausfall

6. März 2007 - 14:13 Uhr

Jeden Morgen finden sich in Kamm oder Bürste Haare, die sich für immer von unserer Kopfhaut getrennt haben. Allein die in Hamburg lebenden Männer verlieren jeden Tag insgesamt rund 87 Millionen Haare. Dabei ist der tägliche Verlust von 50 bis 100 der feinen Hornfäden kein Problem. Bei 90.000 bis 150.000 Haaren „pro Kopf“ gibt es keine sichtbaren Folgen. Schließlich wächst der haarige Kopfschmuck rasch nach, denn jedes Haar wird nach einer genetisch festgelegten Lebensdauer von etwa sechs Jahren ersetzt. Erst wenn täglich mehr als 100 Haare ausgehen, spricht man von Haarausfall. Davon betroffen ist etwa jeder dritte Mann und jede zehnte Frau.

Allein die in Hamburg lebenden Männer verlieren jeden Tag insgesamt rund 87 Millionen Haare.

Die Ursachen sind unterschiedlich. Bei Männern – in seltenen Fällen auch bei Frauen – liegt es meist in den Genen, ob sie bereits in jungen Jahren mit Geheimratsecken und weiter fortschreitendem Haarverlust bis hin zur Glatze zu tun haben. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diese Form des erblich hormonell bedingten Haarausfalls ist „androgenetische Alopezie“. In etwa 95 Prozent der Fälle ist sie die Ursache für den Verlust des Haupthaares. Während sich Frauen meist mit Hormonen behandeln lassen können, sieht es für Männer nicht so gut aus: Hormontherapien haben für sie erhebliche Nebenwirkungen.
Auch ihre Ausgangsposition ist deutlich schlechter: Amerikanische Forschungen haben ergeben, dass das Risiko für erblichen Haarausfall steigt, wenn schon Vater oder Großvater nur wenige Haare auf dem Kopf hatten. Bei Männern mit glatzköpfigen Vätern ist das Risiko doppelt hoch, einen Kahlkopf zu bekommen.

Ein Bierbauch, ungepflegte Hände oder Haare in Nase und Ohren wirken auf Frauen deutlich abstoßender als eine Glatze.

Wehren kann man sich gegen diese Laune der Natur nicht. Wer kein Toupet tragen will und eine Haartransplantation beim Schönheitschirurgen ausschließt, sollte sein bares Haupt mit Würde tragen. Und wen es tröstet: Ein Bierbauch, ungepflegte Hände oder Haare in Nase und Ohren wirken auf Frauen deutlich abstoßender.

Nicht immer sind aber die Gene schuld: Der kreisrunde Haarausfall (Alopezia areata) ist die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Meist beschränkt sie sich auf einzelne, scharf begrenzte kahle Stellen. Selten kommt es zu totalem Haarverlust. Abhilfe ist schwierig: Die Ursachen dieser Form sind weitgehend unbekannt. Ausschlaggebend ist wahrscheinlich eine Störung des Immunsystems. Schwacher Trost - oft setzt nach einigen Monaten das Wachstum der Haare wieder ein.

Stress, Mangelerscheinungen, Infektionen, Hormonumstellungen nach der Geburt oder Medikamente sind meist die Ursache für den diffusen Haarausfall, bei dem das Haar insgesamt ausdünnt. Abhängig von der Ursache gibt es hier meist Therapien, die helfen. Junge Mütter sollten sechs Monate warten – dann ist laut Studien auf dem Kopf ohnehin wieder alles beim Alten.

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Juckende und Gereizte Kopfhaut

6. März 2007 - 14:08 Uhr

Na toll, just während des Vorstellungsgesprächs im noblen Hamburger Hotel packte Arnfried A. ein schier unzähmbarer Juckreiz. Irgendwann konnte er sich nicht mehr beherrschen und begann, sich zu kratzen. Mit dem Job wurde es dann nichts …

Tatsächlich ist juckende und gereizte Kopfhaut ein verbreitetes Übel. Kein Wunder: Experten kennen zahlreiche Gründe für den fiesen Reiz.

Häufigster Anlass: Hefepilze. Was dramatisch klingt, ist halb so schlimm. Der Pilz setzt sich auf gesunder Kopfhaut fest und ernährt sich von den fetthaltigen Absonderungen der Talgdrüsen. Bei der Verdauung dieser Fette entstehen dann Substanzen, die den Juckreiz hervorrufen.

Das Problem: Intensives Kratzen verletzt die Kopfhaut, die dadurch anfällig für Entzündungen und Infektionen wird. Als Folge entstehen oft Schuppen, da die Kopfhaut rascher neue Hautzellen bildet und alte frühzeitig abstößt. Mit speziellen Shampoos, die relativ lange einwirken müssen, kann man den ungebetenen Gast recht einfach vertreiben.

Schlimmer sieht es aus, wenn Neurodermitis die Ursache für den Juckreiz ist. Eine genetische Fehlfunktion ruft dabei juckende, nässende und schuppige Entzündungen hervor. Wie es dazu kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht aber, dass Neurodermitis oft vererbt wird. Damit wird auch deutlich, dass die Krankheit zwar in ihrer Erscheinungsform, nicht aber in ihren Ursachen bekämpft werden kann. Abhilfe schaffen meist aufwendige Kuren. Bei schwächerer Ausprägung helfen auch natürliche Mittel wie Oliven- oder Avocadoöl oder Salz aus dem Toten Meer. Sonst aber können nur Hautarzt und Apotheker mit geeigneten Präparaten helfen.

Ähnlich problematisch wie Neurodermitis ist die Schuppenflechte. Auch sie kann zwar in ihren Auswirkungen gelindert, jedoch nicht geheilt werden. Erleichterung schafft Betroffenen, dass die Abstände zwischen akuten Schüben medikamentös vergrößert werden können. Die so genannte Psoriasis tritt an verschiedenen Körperstellen auf; bei knapp 70 Prozent der Patienten ist jedoch auch die behaarte Kopfhaut befallen. Die Schuppenflechte macht sich durch geschwollene, rote und schuppende Stellen bemerkbar. Die Ursache liegt oft in einer Überreaktion des Immunsystems auf körpereigene Stoffe.

Und dann ist da noch das seborrhoische Ekzem. Dabei werden die Talgdrüsen infiziert, Schuppen und Entzündungen der Kopfhaut sind die Folge. Ausgelöst wird das Ekzem häufig durch eine Überproduktion der Talgdrüsen, die wiederum durch männliche Hormone ebenso ausgelöst werden kann, wie durch Hitze oder Stress. Was übel klingt, lässt sich in der Regel durch Fungizide und Fett regulierende Mittel leicht bekämpfen.

Haarprofis raten: Waschen Sie Ihre Haare nicht zu oft und nur mit hochwertigen Mitteln. Benutzen Sie dabei nicht zu heißes Wasser. Und gehen Sie zurückhaltend mit Bürste und Föhn um.
Außerdem hilft eine ausreichende Vitaminzufuhr – etwa durch den Genuss von Obst und frischem Gemüse. Dabei sollte man vor allem auf die ausreichende Menge an Vitamin C und E achten. Und: Entspannung tut Not. Wer sich ganz gezielt die eine oder andere kleine Auszeit zwischendurch gönnt, baut Stress ab, wird ausgeglichener und vermindert so nicht zuletzt Probleme mit der Kopfhaut.

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Rotes Haar – Das Geheimnis der Feuerlocken

6. März 2007 - 14:03 Uhr

Was haben Pumuckl, Pippi Langstrumpf und das Sams gemeinsam? Richtig: Sie sind erdachte Figuren – und sie haben rote Haare. Dabei ist naturrotes Haar selten, nur auf den Köpfen von etwa zwei Prozent der Deutschen schimmert es kupfern. In Schottland und Irland dagegen sind es bis zu zehn Prozent der Einwohner, die rotes Haar haben. Die raren „Feuerlocken“ galten im Mittelalter als Zeichen von Dummheit, Neid und Aggressivität. Nicht wenige rothaarige Frauen wanderten als Hexen an den Pranger.

Rot gehört neben blond zu den beliebtesten Tönungen und Colorationen auf dem deutschen Markt

Heute machen rote Haare interessant. Sängerin Milva oder die Schauspielerinnen Esther Schweins und Andrea Sawatzki tragen ihre „Karottenköpfe“ mit Stolz. Viele wollen so aussehen wie sie: Rot gehört neben blond zu den beliebtesten Tönungen und Colorationen auf dem deutschen Markt.

Verantwortlich für die Haarfarbe sind die so genannten Melanine, die dem wachsenden Haar gewissermaßen an der Wurzel mitgegeben werden. Die Melanin-Spender befinden sich nämlich in den Follikeln, aus denen die Haare sprießen. Dabei kommt es auf die Mischung an. So ist Eumelanin, das Schwarz-Braun-Pigment, für Farbtiefe und dunkle Farbtöne verantwortlich. Das in seiner Struktur feinere Rot-Pigment Phaeomelanin sorgt für blonde und rote Haare. Die unterschiedlichen Schattierungen von Haaren entstehen durch das jeweilige Verhältnis dieser Pigmente, die dem Haar an den Follikeln, in denen die Wurzeln ruhen, mitgegeben werden.

Amerikanische Wissenschaftler behaupten, Rothaarige seien schmerzempfindlicher als Menschen mit anderer Haarfarbe

Und nicht nur die Farbe des Haars wird durch die Melanine beeinflusst: Durch die kleineren Phaeomelanin-Teilchen ist rotes Haar meist dünner und weicher als dunkles Haar. Ob sich das auch auf die Haut auswirkt? Immerhin gelten Rothaarige als dünnhäutig und leicht reizbar. Amerikanische Wissenschaftler behaupten gar, sie seien schmerzempfindlicher als Menschen mit anderer Haarfarbe.

Die Anlage für die rote Haarpracht wird uns übrigens in die Wiege gelegt: Gene bestimmen die Farbe. Britische Molekularmediziner machten das Ginger-Gen als Ursache der Rotschöpfe aus. Die Erbanlage war schon bei den europäischen Urmenschen vorhanden. Und weil vier von zehn Schotten und Iren das Ginger-Gen in sich tragen, findet man auf den britischen Inseln besonders häufig rote Haare.

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