Kategorie: Das Wunder Haare


Das Haar – Wunderwerk der Natur

6. März 2007 - 11:24 Uhr

Im Durchschnitt rund 120 Tage ihres Lebens verbringen Menschen mit der Haarpflege. Waschen, Kämmen und Schneiden sind Standard, Tönen, Wellen und Stylen die Kür. Dabei wissen Viele nicht, dass sie ein wahres Meisterwerk der Natur auf dem Kopf haben.

Rein chemisch handelt es sich um besonders proteinreiche Hornfäden, die sich aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Schwefel zusammensetzen. Zu theoretisch? Kommen wir zu „greifbareren“ Fakten: Etwa 90.000 bis 150.000 Haare hat ein Erwachsener auf dem Kopf, je nach Haarfarbe.

Am gesunden Kopfhaar eines Menschen könnte man demnach etwa sechs Oberklasse-Autos aufhängen

Und obwohl jedes einzelne so dünn ist – 0,05 bis 0,1 Millimeter, das entspricht einem dünnen Blatt Papier – dehnt es sich bis zu 50 Prozent und trägt bis zu 100 Gramm. Am gesunden Kopfhaar eines Menschen könnte man demnach etwa sechs Oberklasse-Autos aufhängen.

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Jedes Haar wächst pro Monat etwa einen Zentimeter. Die Märchenfigur Rapunzel wäre bei einer Haarlänge von zwölf Metern also kein junges Mädchen sondern eine greise Dame von mindestens 100 Jahren gewesen. Und noch etwas spricht gegen die Mär von der haarigen Turmaufstiegshilfe: Nach spätestens sechs Jahren oder ungefähr 70 Zentimetern ist Schluss mit dem Wachstum. Dann nämlich endet die so genannte Anagenphase, das Haar löst sich allmählich aus der Wurzel und wird Richtung Hautoberfläche verschoben.

Jeden Tag verliert der Mensch zwischen 50 bis 100 Haare pro Tag. Dieser Haarverlust ist völlig normal.

Eigentlich ist das Haar zu diesem Zeitpunkt schon tot, da kein Stoffwechsel mehr stattfindet. Dennoch hält es sich noch etwa zwei bis vier Monate, bevor es eines Tages sein Schicksal mit 50 bis 100 anderen teilt: Es fällt aus. Schwacher Trost: Die Phasen der Haarbildung sind in jedem Follikel, der vier Millimeter tiefen Hauteinbuchtung, in der das Haar ruht, unterschiedlich. Dadurch wird der Kopf nicht im Sechsmonatsrhythmus kahl.

Trockene oder fettige Haar? Wieso gibt es braune, schwarze, rote und blonde Haar? Eine segensreiche Einrichtung des Körpers sorgt dabei häufig für Verdruss. An jedem Follikel sitzt eine Talgdrüse, die das Haar fettet und es somit geschmeidig und robust macht. Kommen diese Drüsen aus dem Gleichgewicht, wird das Haar fettig beziehungsweise trocken und spröde. Trocken sieht Haar auch dann aus, wenn es zu wenig Wasser enthält. Ja, auch nach dem Fönen liegt der Flüssigkeitsanteil zwischen 15 und 20 Prozent.

Und die Farbe? Die entsteht durch Mischung zweier Farbpigmente, die ebenfalls in den Follikeln produziert werden. Blondes und rotes Haar enthält vor allem Phaeomelanin, dunkles Haar in erster Linie Eumelanin. Im Alter werden diese Pigmente zunehmend durch winzige Luftbläschen ersetzt – das Haar erscheint grau oder weiß. Wer mit seiner Haarfarbe unzufrieden ist, muss zur Chemie greifen. Dann aber ist es mit 120 Tagen nicht mehr getan.

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Blondes Haar – Jeder 7. Blondschopf ist nicht ECHT

5. März 2007 - 15:42 Uhr

Da passt doch was nicht zusammen: Fast 70 Prozent aller Männer geben an, ihre Traumfrau sei blond. Aber nicht einmal jede zehnte Frau hat naturblonde Haare. Kein Wunder jedenfalls, dass Blondierungen einen Spitzenplatz unter den Haarpflegemitteln einnehmen. Allein in Deutschland gehen jährlich Produkte im Wert von rund 40 Millionen Euro über die Ladentische. Ernüchternde Erkenntnis: Unter 100 Blondschöpfen ist nicht einmal jeder siebte echt.

Warum singt Udo Jürgens nicht „17 Jahr’, braunes Haar …“?

Was aber macht den Mythos der Blondine aus? Warum gelten Frauen wie Marilyn Monroe – eigentlich brünett –, Britney Spears oder die mal mehr, mal weniger hellhaarige Madonna als attraktiv und anziehend? Warum singt Udo Jürgens nicht „17 Jahr’, braunes Haar …“? Wichtigster Grund: Blondes Haar gilt als Zeichen der Jugend, der Unschuld und Vitalität (und damit unbewusst als Zeichen der Fruchtbarkeit). Die meisten Blondschöpfe finden sich bei Kindern. In der Pubertät ist es allerdings für Viele Schluss mit dem strohblonden Haar: Bei etwa 15 Prozent dunkeln die Haare nach. Selbst wer sein blondes Haar behält, muss als Erwachsener „dunkelblond“ im Pass angeben.

Für die blonde Farbe sorgen die so genannten Melanozyten, sie befinden sich an den Haarwurzeln und produzieren Farbpigmentstoffe, die dem wachsenden Haar gewissermaßen „mitgegeben“ werden. Dabei ist das Phaeomelanin für die blonde Farbe verantwortlich. Die Pigmente setzen sich in den einzelnen Hornzellen des Haars fest und verleihen ihm seine typische Tönung.

Blondköpfe verfügen über die stolze Zahl von etwa 150.000 Haaren

Während etwa schwarzes Haar meist dichter und in der Struktur fester ist, ist die blonde Pracht fein. Daher freuen sich Blondköpfe über die stolze Zahl von etwa 150.000 Haaren – bei Schwarzhaarigen sind es „nur“ etwa 90.000.

Mehr Haare sind auch mit chemischen Mitteln nicht zu erzielen. Ein schönes Blond allerdings ist möglich. Klassiker sind dabei immer noch Produkte auf Basis von Wasserstoffperoxid. Die Verbindung aus Wasser- und Sauerstoff öffnet die natürliche Schuppenschicht des Haares und bleicht die vorhandenen Pigmente aus. Je nach Einwirkzeit werden die Haare dabei zunächst rot und wechseln dann über orange zu gelb. Dieses Bleichen macht ein Aufhellen des Haars um bis zu sieben Nuancen möglich. Gebleichte Haare müssen allerdings besonders gut gepflegt werden: Häufiges Blondieren greift die Haare an. Colorationen oder Intensivtönungen sind jedoch keine echte Alternativen, da sie die Haare meist nur leicht aufhellen können.

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