Kategorie: Der Friseur


Was muss der Friseur eigentlich koennen?

6. März 2007 - 14:29 Uhr

Früher mag die gängige Formel beim Friseur „wie immer, nur ein wenig kürzer“ gelautet haben. Heute jedoch stellen der Kunde oder die Kundin weit höhere Anforderungen an ihren Coiffeur. Eine umfassende, fachgerechte und freundliche Beratung mit dem Ergebnis einer zum eigenen Typ passenden modischen Frisur ist dabei Mindeststandard. Dass auch die Chemie zwischen dem Kunden und dem Figaro seiner Wahl stimmen muss, versteht sich fast von selbst. Schließlich bestimmt der Handwerker, wie ein Kunde in den kommenden Wochen durchs Leben geht. Es ist also weit mehr als der geübte Umgang mit Kamm und Schere, was einen guten Friseur ausmacht.

Schon in der üblicherweise drei Jahre dauernden Ausbildung werden die Wurzeln für den Erfolg gelegt:

  • Wie empfange und betreue ich den Kunden während seines Aufenthaltes im Friseursalon?
  • Welche Mittel zur Pflege von Haar und Kopfhaut sind gerade in diesem Fall besonders geeignet?
  • Was ist beim Schneiden zu beachten & wie berücksichtige ich den Haaransatz oder die möglicherweise etwas schwierige Wuchsrichtung im Hinblick auf die gewünschte Frisur?
  • Welche Techniken vom Wickeln über das Papillotieren bis zur Dauerwelle stehen mir zur Verfügung und wie wende ich sie an?
  • Wie färbe ich Haare, ohne faschingsartige Ergebnisse zu erzielen?
  • Dies sind nur einige der Themen, mit denen sich Berufsanfänger vertraut machen müssen, um den Kunden nicht zu enttäuschen.
    Damit ist es noch lange nicht genug: Der sichere Umgang mit den zur Verfügung stehenden technischen Geräten, Fragen zur kosmetischen Behandlung der Haut bis hin zur dekorativen Kosmetik, die Pflege von Händen und Nägeln sowie zum Schutz des Kunden und der eigenen Gesundheit erforderliche Maßnahmen sind weitere Gebiete, mit denen sich bereits angehende Friseure auskennen sollten. Die Einbeziehung von Kopf- und Gesichtsform sowie der Beschaffenheit des Haares in die Gestaltung einer Frisur oder das Einarbeiten von Haarersatz, Haarteilen und Haarschmuck gehört zu den schwierigeren, aber nicht minder interessanten Aufgaben, denen sich Friseure täglich stellen müssen.

    Ein guter Friseur kann aber noch mehr. Schon vor dem ersten Scherenschnitt muss er im Gespräch mit dem Kunden eine klare Vorstellung davon entwickeln, wie der Kunde den Salon verlassen möchte. Dazu gehören neben fachlichem Können vor allem ordentliche Portion Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen. Nicht selten ist der Kunde im Nachhinein dankbar, wenn der Friseur ihn von seinen ursprünglichen Vorstellungen abbringt und verhindert, dass der Haarbehandlung ein längerer Aufenthalt in den eigenen vier Wänden folgt.

    Denn: Nicht jedem steht die Frisur von Tina Turner, und nicht von jeder Signalfarbe geht die gewünschte Wirkung aus.

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